Heute hat mich im Fernsehen die Werbung für “Zonzoo” angesprungen. Da ich ohnehin bald ein neues Handy suche habe ich das Angebot mal angeschaut: Hier kann man sein altes Handy verkaufen, bekommt einen festen Preis, tut etwas für die Umwelt und hilft Menschen in Entwicklungsländern.
Klingt alles vernünftig, doch hat das ganze einen Pferdefuss:
1. Der Preis
Ich habe mal geschaut, was ich für meine beiden Handys bekommen würde. Mein HTC Touch ist 41,30 Euro wert, mein alter RAZR V3i 8,20. Zusätzlich werden insgesamt 2,48 Euro gespendet.
Schaue ich mir das ganze bei eBay an, kommen “leicht” andere Preise heraus. HTC Touch: Mindestens 100 Euro, Razr mindestens 50 Euro. Ich würde also gute 100 Euro verschenkt, oder anders ausgedrückt: Bei ebay erziele ich den dreifachen Preis.
2. Umweltschutz
Der Umweltschutz beschränkt sich auf eine fachgerechte Entsorgung bzw. Weiterverkauf. Diesen “Umweltschutz” habe ich auch bei ebay.
3. Hilfe
Einerseits wird damit geworben, dass die Handys in Dritte-Welt-Ländern verkauft werden, andererseits gibt es 5% zum Kaufspreis zusätzlich als Spende für einen guten Zweck. Der erste Punkt heißt lediglich, dass Geld verdient wird, die 5% sind in Anbetracht des Preises auch eher Bescheiden.
In anderen Worten: Wenn ich zenzoo 100 Euro schenke, werden knapp 3 Euro gespendet. Na, was für ein Deal. Dann doch lieber bei ebay einstellen und 50 Euro spenden. Dann verdiene ich deutlich mehr, und leiste auch ebenso deutlich mehr.
Zenzoo hat übrigens nach eigener Aussage bereits 12 Mio Euro gespendet. In anderen Worten haben sie bereits 240 Mio ausgebezahlt oder einen Gewinn von knapp 500 Mio erziehlt. Respekt. Das Geschäftsmodell halte ich nicht für ethisch, aber immerhin erfolgreich. Und wer weiß? Wer blöd genug ist drauf hereinzufallen hats auch nicht anders verdient. Was 9live Recht ist, kann Zenzoo schließlich nur billig sein.