Es gibt Tage, da geht einfach alles schief. Genau so einen Tag erlebt der selbstbewußte, weltberühmte Detektiv Lazlo Woodbine. Er wird des Mordes verdächtigt, und zwar nicht nur irgendeinen MordesEuro; Es ist wohl der größte Mordfall der Geschichte: Niemand geringeres als Gott wurde in einer dunklen Seitengasse niedergemeuchelt.
Lazlo Woodbine ist nun einerseits Hauptverdächtiger der Polizei, als auch engagierter Detektiv von Gottes frischgebackener Witwe, Eartha, die deutlich weniger Humor als Gewicht besitzt. So versucht Lazlo also, den Fall für seine schwergewichtige Mandantin zu lösen, bevor es erneut Frösche regnet.
Gottes Sippschaft hat es dabei faustdick hinter den Ohren: Sowohl seine Frau, als auch seine mißratenen Blagen haben ein gutes Motiv, denn das Erbe ist nicht zu verachten: Nicht weniger, als die komplette Erde, sowie Himmel und Hölle sind abzugreifen. Hinzu kommt noch waschechter Geschwisterneid, denn nur einer von Ihnen wird in der Bibel erwähnt, Gottes Tochter wurde beispielsweise einfach von Jesus rausgestrichen.
Es entbrennt ein Kampf zwischen Dämonen, Engeln und – mittendrin – ein paar Menschen, die eigentlich nur ihre Ruhe haben wollen…
Wie man erahnen kann ist “Warten auf Oho” ein ziemlich abgefahrener Roman von Robert Rankin. Genau dieses Setting hat mich zum Kauf des Buches bewogen. Leicht blasphemische Tendenzen sollte man aber schon besitzen, bevor man sich über das Buch hermacht; Der Papst würde vermutlich nicht sehr viel über das Buch schmunzeln können.
Und der Klappentext verspricht nicht zu viel: Ein verrückteres Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Leider ist bei diesen ganzen Irrungen und Wirrungen ein wenig die Story auf der Strecke geblieben. Das Buch schlängelt sich von einer abstruser Location zur nächsten ohne dass ein roter Faden erkennbar wäre.
Während der wilden Geschichte gibt es einige Stellen, an denen man herzhaft lachen kann ob der verrückten EInfälle des Autors; Das Buch wechselt dabei mehrmals von der Ich-Perspektive des berühmten Detektiven zur Erzählersicht bei den parallelen Geschichtssträngen.
Gespickt ist das Buch mit mehreren Running-Gags, die jedoch teilweise extrem aufgesetzt und deutlich zuviel des Guten sind. Auch ein Running Gag nutzt sich schnell ab, wenn er alle zehn Seiten wiederholt wird. Ein echtes No-Go ist für mich hingegen die Tatsache, dass auf dem Klappentext Informationen verraten werden, die man erst im letzten Kapitel erfährt. Was soll sowas?
Das Lesevergnügen ist also durchaus vorhanden, es gibt aber eindeutig auch bessere Bücher in dieser Kategorie. Terry Pratchett, Douglas Adams oder Alan Dean Fosters “Bannsänger”-Zyklus haben mir da deutlich mehr Spaß gemacht. Auch “Die Jäger des Verlorenen Parkplatzes” vom Autor dieses Buches war da deutlich vergnüglicher.
Rankins Bücher machen auf mich oft den Eindruck, (freundlich ausgedrückt) starke Anleihen von Pratchett oder Adams zu besitzen. Dieses Buch ist in dieser Hinsicht eine positive Ausnahme, wenn man mal davon absieht, dass die Umgebung stark an Douglas Adams’ “Dirk Gently”-Romane erinnern, die ähnlich absurd aber doch vergnüglicher sind.
Das Fazit lautet also: Ein recht vergnügliches Buch, welches aber – aufgrund der starken Konkurrenz – nicht wirklich vom Hocker haut. Wer aber gerne das Ungewöhnliche sucht, könnte hier dennoch goldrichtig liegen. Zudem hat man damit automatisch eine echte Rarität: Es ist das mir einzige bekannte Buch, dass bewußt ohne Cover daherkommt und es dem Leser durch beigefügte (witzige) Abziehbilder überlässt ein eigenes zu kreiieren.