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Bilder vom Stammtischphilosoph

Der Stammtischphilosoph

Mit körpereigenen Drogen fröhlich durch die Welt

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Fr
23
Jul '10

(Material-)Ermüdung

Heute waren es einige 10-Meter-Etappen, die ich zu bewältigen hatte. D.h.: 10 Meter bergauf fahren im kleinsten Gang und dann solange verschnaufen, bis das Herz nicht mehr in Ohren pocht…
Apropos kleinster Gang: Der will nicht. Die Kette springt immer über das größte Ritzel.Sehr ärgerlich, wenn man sich bergauf kämpft und plötzlich nix mehr geht. War wohl schon in Hamburg so, nur da fällts ja nicht auf :)

Um 15 Uhr hab ich dann nicht aufgepaßt und versehentlich wieder in den kleinsten Gang geschaltet, während ich mit Kraft in die Pedale getreten habe.Lohn der Arbeit: Die Kette hat sich dermaßen zwischen Ritzel und Speiche verkeilt, daß sie sich nur mit brutaler Gewalt wieder lösen ließ.Vier Speichen sehen jetzt reichlich mitgenommen aus und rund läuft das Hinterrad auch gerade nicht. “I’ve got the strange feeling of déjà vu” um es mit Monty Python zu sagen. Genauso fings bei der letzten Norwegentour an, bevor die Speichen gerissen sind.
Naja, Augen zu und durch. Passt zu meinem “Tunnel ohne Licht” Erlebnis. Drin im Tunnel und plötzlich sprichwörtlich die Hand vor Augen nicht mehr sehen können. Dabei leicht die Wand touchiert. Welcher Honk baut auch eine 90-Grad- Kurve in einen Tunnel?

Auf jeden Fall heute recht zeitig Feierabend gemacht. Seit halb 5 liege ich in meiner Hängematte an einem See nahe Flekkefjord. Im Hintergrund höre ich einen Wasserrall raischen und ich kann die Blaubeeren direkt aus dem Zelt flücken.
Geven morgen Mittag habe ich dann wohl die schwerste Etappe meines Urlaubs geschafft.

Do
22
Jul '10

Schöne Tour

Die heutige Tour war Klasse. Hatte es letzte Nacht noch geregnet habe ich unterwegs keinen Tropfen abbekommen. Größtenteils bin ich schöne, schmale Schotterpisten gefahren. Erst gegen Nachmittag mußte ich die recht viel befahrene, Radweglose 44 lang, wo das lustige “wer überholt am engsten bei Gegenverkehr”- Spiel gespielt wurde.
Eine kleine FKK-Einlage gabs dann an einem abgeschiedenen See auch noch.
Im moment frier ich mir tatsächlichvein wenig den hintern ab, da des kleine Zeltplatz bei einem Fischerdorf nahe Hauge zwischen zwei Felsen liegt, die seit 30 Minuten sämtliche Sonne aussperren und für einen kräftigen, Kaminartigen Sturm sorgen.
Dafür gibts einen direkten Blick ca 300 Meter runter zur Nordsee direkt aus dem Zelt.
Kostet auch nur 10 Euro der Spaß, dafür gi.ts auch keine Rezeption, Motto: Schmeißen Sie ihr Geld einfach in den Briefkasten… :)

Jetzt muß ich nur noch das Rad festbinden, damits nicht wegweht. Beim Zelt sehe ich da – Dank meinem Gewicht – keine so große Gefahr :D

Mi
21
Jul '10

Seltsame Gestalten

Ich habe wohl nicht auf einer Verkehrsinsel gezeltet, dafür fast in der Einflugsschneise des Stavanger Flughafens… :)
Es war heute bewölkt, aber warm, was meinem Sonnenbrand sehr entgegen kam:)
In Sandness habe ich mich hoffnungslos verfranzt. Bei dem Versuch, den Weg zu finden hat mich dann ein Norweger auf ein Bier eingeladen. Der Pub der Kategorie “Endstation Sehnsucht” war mir zwar etas suspekt, aber einem geschenkten Øl schaut man ja nicht ins Maul, oder so.
Allerdings hat der Kerl schneller Bier nachbestellt, als ich “Skøl” sagen konnte und als er ständig wiederholte, ich könne mein Rad in den Hinterhof schieben, wenn ich heute nicht mehr fahren will, habe ich das dritte Bier fast auf Ex runtergeschraubt, ihm die Hand geschüttelt und mich freundlich verabschiedet.

Ich will gar nicht wissen, was der von mir wollte, kann mir aber vorstellen, dass das Radfahren dann schmerzhaft geworden wäre.
Vielleicht habe ich na Glück und morgen versucht mich eine Norwegerin abzufüllen.
Trotz gutem Pegel habe ich dann aber recht schnell den richtigen Weg gefunden und habe trotz kräftigem Gegenwind nur zweimal “warum mach ich den Scheiß überhaupt?” gedacht.

Um 17:00 Uhr habe ich dann ziemlich fertig mein Zelt auf einer Kuhfreien Weide platziert und hab gleich gepennt.
Blöderweise habe ich heute den ganzen Tag kein brauchbares Wasser gefunden (das hatte ich noch nie in Norwegen), dass ich dachte, ich verdurste. Ein Blick auf die Karte ergab, dass ich nur 2 km von Brusand samt Supermarkt und Zeltplatz entfernt war. Also zelt wieder eingepackt und los…

Als Bonus habe ich noch ein dickes Auge we Karl Dall. Ich tippe ja auf Heuschnupfen. Allerdi.gs ohne Niesen. Obs an Wassermangel oder erschöpfung liegt weiss ich nicht.Hauptsache das Auge ist morgen wieder so normal, dass kleine Kinder nicht schreiend wegrennen, wenn sie mich sehen. So füllt mich bestimmt keine Norwegerin ab :)
Jetzt liege ich also auf dem Deluxecampingplatz mit Nordseesicht für satte 200 Kronen (ca. 30 Euro) und hoffe, dass morgen der Wind mal von Westen (also hinten) kommt.

Mi
21
Jul '10

Seefahrt mit Unterhaltung

Das war ein gemütlicher Tag. Zuerst 30 Minuten bis zum Fähranleger und dann dort 3 Stunden am Sandstrand gebraten. Ich seh zwar jetzt aus wie ein Flußkrebs, aber schön wars trotzdem.
Dann wurde mir die falsche Bordingkarte (nach Kristiansand) gegeben und ich hab natürlich nix gemerkt :) Als fast alle Wagen drin waren ist der Irrtim einemBoarder aufgefallen und zum Dank durfte ich dann die rutschige Rampe hochtrudeln. Die hatten einen Heidenspaß mit mir…
Auf der Überfahrt bin ich dann prompt auf den Tax Free-Nepp reingefallen und habe mit 7 Euro für eine Jumpopackung (400g) m&ms wohl nicht wirklich ein Schnäppchen gemacht.

Nun bin ich endlich nahe Stavanger um 03:20 und habe mein Zelt mehr oder weniger direkt im Gewerbegebiet nahe dem Anleger aufgebaut. Ich hoffe im Hellen stellt sich nicht raus, dass ich auf einer Verkehrsinsel bin. Strassenlaterne und Trafohäuschen werden wohl nicht wirklich schaffen mich am Schlaf zu hindern…