Selten war ich so hin- und hergerissen, was die Bewertung für ein Buch angeht. Aber der Reihe nach:
Das Buch “Bockmist” ist (wohl nicht zufällig) vom Umschlag stark an “der Vollidiot” angelehnt.
Der Klappentext fasst die Handlung bereits kurz und knapp zusammen:”Sein Name ist Lang. Thomas Lang.
Er ist ein sogenannter Sicherheitsberater, kennt sich mit modernsten Waffen und Nahkampftechniken aus, aber nicht mit Frauen.
Und ausgerechnet in eine solche verliebt er sich, als er in eine internationale Affäre um Drogen- und Waffenhandel verwickelt wird. Bockmist eben!”
“Vanity Fair” informiert mich (ebenfalls auf dem Umschlag) darüber, dass es sich um eine “Aberwitzige Parodie auf einen Abenteuerroman” handelt.
Der Autor ist ein gewisser “Hugh Laurie”. Der Name sagt Ihnen nichts? Kein Problem, mir zunächst auch nicht. Es handelt sich hierbei um den Schauspieler, der
den “Dr. House” in der gleichnahmigen TV-Serie spielt. Um ehrlich zu sein: Hätte ich dies vorher gewußt, ich hätte das Buch links liegen lassen. Schreibende Schauspieler sind
oftmals so “erfrischend” wie schauspielernde Sänger. Man denke nur an “House of Wax”…
Mangels Wissen habe ich mich also auf diesen Roman eingelassen. Und ich kann nur sagen: Er war jeden Cent, jede Seite wert. Der Hauptdarsteller könnte der Bruder von Dr.House sein.
Er gerät in einen Fall um Waffenlieferungen, Erpressung und Intrigen und versucht dabei in bester Agentenmanier die Welt ein wenig zu retten. Dabei sieht und beschreibt er das Geschehen um sich
mit einem ständigen sarkastischen Unterton. Die Ich-Perspektive des Autoren verstärkt diesen Effekt noch.
Neben dieser Schreibweise ist es (fast) ein ganz normaler Spionagethriller, zum Glück nur bedingt voraussehbar und spannend bis zum Schluß. Im Wesentlichen geht es in diesem Roman darum,
dass ein terroristischer Konflikt geschürt werden soll, um eine neue Waffe unter Beweis und somit vermarkten zu können. CIA, Firmen, alle spielen mit. Eine Liebesgeschichte ist auch noch
an Bord, also alles, was ein guter Roman braucht.
Um ehrlich zu sein, ich habe Zweifel, ob wirklich Hugh Laurie, der Darsteller von Dr.House dieses Buch geschrieben hat, oder nicht doch ein Drehbuchautor dieser Serie als Ghostwriter fungiert hat.
Zu sehr ähnelt der Hauptdarsteller Dr. House.
Womit wir zum Pferdefuss kommen: Ich habe keine Ahnung, warum der Verlag den Leser dermaßen in die Irre zu führen versucht. Das Buch ist sehr gut, aber eben genau das nicht, was auf dem Umschlag
suggeriert wird. Es ist ebensowenig eine “Parodie auf einen Spionageroman”, wie “Dr. House” eine Parodie auf eine Arztserie ist. Das nicht der amerikanische Verlag, sondern der deutsche Lizenznehmer
schuld an diesem Fauxpas ist zeigt auch der Originaltitel. Im Original heißt “Bockmist” nämlich “The Gun Seller”.
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