Posts by tag: Fahrrad

Das wars

August 03, 2010

Das erste Abenteuer begann heute in Dänemark beim Versuch, in Hjørring eine Fahrkahrte nach Hamburg zu kaufen. Die Fahrkartenverkäuferin (auch Kioskbesitzerin) hat mich an eine Hotline mit ewiger Warteschleife verwiesen, die dann die Tour gebucht hat und über die Buchungsnummer der guten Frau mitgeteilt hat, welche Karten sie ausdrucken muß.

Im Zug wurde ich dann dreimal ausgerufen, ohne es zu merken (kann ich dänisch?), erst beim vierten Mal, als ich ohnehin aussteigen wollte, kam die Durchsage nochmal auf Englisch, dass der Kerl mit dem Rad sich mal melden sollte. Mein Rad stand auf der falschen Seite des Abteils und irgendwie sind die anderen Passagiere nicht wirklich flexibel gewesen und warteten darauf, dass Ihr reservierter Platz frei wird…

Egal. Ab Padborg gabs dann wieder deutsche Züge, gewünscht chaotisch, wo ich mich mit anderen Norwegen- und Dänemarkradlern herrlich über den Urlaub austauschen konnte, um dann (natürlich verspätet) endlich in Hamburch anzukommen. Bin mal gespannt, ob ich noch in einem Daunenbett schlafen kann.

Abgenommen habe ich übrigens 8 kg. Die werden morgen Mittag erstmal bei Oma (Werde mich mal spontan zu “dickem Reis” einladen :)) und Tags drauf bei Mutti (gibts garantiert auch was leckeres) schnell auf die Rippen schaufeln. Sonst fall ich ja noch vom Fleisch ab ;)

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Verloren, verschlissen und verpasst

July 31, 2010

Verloren habe ich bisher mein Reiseshampoo und das Basecap von C&A. Wers findet darfs behalten :)
Verschlissen sind mittlerweile so ziemlich die Bremsen. Beide Bremshebel kann ich bis zum Anschlag drücken und das Hinterrad bekomme ich nicht mal mehr zum blockieren.
Vepasst habe ich heute nur sehr knapp einen norwegischen Geländewagen im Renneinsatz. Ich fuhr mit Karacho den Berg hinunter, er mit Vollgas den Berg hinauf. Getroffen (bzw. eben nicht) haben wir uns ausgerechnet an einer engen, nicht einsehbaren einspurigen Kurve. Bei der Kurveneinfahrt konnten wir beide nur den Felsen sehen. Erst am Scheitelpunkt sahen wir dann das Unheil…  Nur durch das balancieren auf einem Bein, hart an der Asphaltgrenze entlang konnte ich das unbeschadet überstehen.
Überhaupt die Autofahrer: Einerseits scheint es Bonuspunkte fürs möglichst dichte Überholen zu geben, andererseits legen sie fast eine Vollbremsung hin wenn man sich einem Zebrastreifen nähert.

Auf jeden Fall begann der Tag mit Sonnencremewetter, was sich gegen 2 aber in Schauerwetter verwandelte. Da ich Zeit satt habe bin ich deshalb bereits um 3 Uhr beim schnuckeligen “Fjellstad-Camping” nahe Langesund eingekehrt und bin dort bisher der einzige Gast.
Neben dem familiären Umfeld und einem kostenlosen schmutzige-Zehen-sauberleck-Dackel-Service hat der Campingplatz vor allem den unschlagbaren Vorteil relativ weit oben am Berg zu liegen, so daß ich morgen mit einer wunderbaren 80 Höhenmetern-Abfahrt hinunter auf Meereshöhe starten kann.

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Fährfahren…

July 30, 2010

Der heutige Tag begann erstmal mit einer elendigen Steigung. Zwar nur 30 Höhenmeter, die aber in einer einzigen langgezogenen Kurve zu bewältigen.
Dafür war es heute durchgehend trocken, erst kurz vor Schluß mußte ich einen Regenschauer abwarten. Ich sehe trotzdem aus wie ein Schwein (“und schmutzig bist Du auch”, würde Dödel jetzt sagen), weil die Straßen klatschnass waren.
Dann habe ich auch noch die Fähre einen Halt zu früh verlassen, bin aber gerade noch rechtzeitig umgekehrt und habe dieselbe Fähre kurz vor der Abfahrt noch wieder erwischt. Der Fährmann hat sich nix anmerken lassen, aber sich innerlich bestimmt halbtot gelacht.
An Bord war dann noch eine nette Norwegerin mit einem riesen Untier von Hund namens “Hølse” (oder so), der vor Angst schlotterte. Ein Hund in Norwegen, der Angst vorm Wasser hat, wo gibts denn sowas?
Nun bin ich bei einem Deluxe-Camping für knusprige 200 Kronen die Nacht, dafür konnte ich aber endlich die Klamotten waschen.

Wenns in dem Tempo weitergeht bin ich in 3 Tagen spätestens in Larvik und von dort aus auf dem Weg nach Hause.

Ich vermisse meine Badewanne, bei der ich nicht alle 5 Minuten einen Euro nachwerfen muß :)

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I’m only happy when it rains…

July 29, 2010

Naja, nicht wirklich. Seit heute Mittag ist es ununterbrochen am Regnen. Nicht wirklich stark, aber stark genug um mir gehörig auf den Zeiger zu gehen. Mein Poncho kam dennoch nicht zum Einsatz, der – wie ich nochmal geprüft habe – sogar nur 1,95 gekostet hat, jedoch konnte ich die formschönen Satteltaschenschutzbezüge im modischen limettengrün endlich mal zum Einsatz bringen.

Auf jeden Fall habe ich mit einem sehr erwachsenen “nicht mit mir, Petrus, Du Blödsack” bereits um 4 nach nur knapp 60 recht einfachen km auf dem wohl miesesten Campingplatz Norwegens, dem “Gjeving Marina” mein Zelt aufgeschlagen. Wer zum Teufel macht einen Campingplatz ausgerechnet da auf, wo der Boden so hart ist, daß kein Hering hineingeht? Und stellt dann auch noch die einzige Norwegerin ein, die kaum Englisch versteht? Und vom Wetter will ich gar nicht erst reden :)
Hoffe ich also, dass sich das Ganze heute Nacht kräftig ausregnet und ich morgen früh trockenen Fußes die Fähre gen Risør betreten kann.

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Gen Osten

July 28, 2010

Seit Kristiansand bin ich nun offiziell auf dem (leichteren) Ostteil des Nordseeradweges unterwegs und habe heute auch gleich den angeblich schwersten Teil dieser Passage erledigt. Eine Schotterpisten- Berg- und Talfahrt, auf der sich außer mir nur Mountainbiker wagten.
Obwohl anders vorhergesagt ist mein 5 Euro-Notfallponcho weiter ungenutzt. Allerdings gab es heute eine ständige Wolkendecke, so daß ich mich zum ersten Mal nicht eincremen mußte.
Ansonsten ist nicht viel passiert, keine Verkehrsregeln mißachtet, ein paar Brom- und Blaubeeren. gepflückt, ein Reh und ein Eichhörnchen gesehen und einige Buckelpisten (nennt man hier auch scherzhaft “Radweg”) gefahren.

Habe mir heute übrigens mal den Luxus eines Mittagessens gegönnt, lasse gerade mal wieder die Füße in der Nordsee baumeln und werde die Duschflatrate beim “Bagatellcamping” kurz vor Aarendal noch ausgiebig nutzen. :D

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Ich entschleunige Norwegen

July 27, 2010

Die heutige Tour war größtenteils recht angenehm. Keine schlimmen Steigungen, ordentlicher Belag und natürlich immer noch herrliches Wetter. (Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass Herr von Herrlich, Dame hingegen von Dämlich kommt? Aber ich schweife ab) Ich habs zwar immer noch nicht geschafft, mal ne Mittagspause einzulegen, dafür steigt der Eiskonsum von Tag zu Tag :)
Bei Søgne habe ich mich dann herrlich verfranzt. Ich habe dann den Weg mit meinem Garmin-GPS gesucht und dann wurde es spannend: Aus Asphalt wurde Schotter, aus Schotter wurden Felsen und zum Schluß stand ich auf einer Wiese: Sackgasse. Zwischen mir und der richtigen Strasse lag nur die E39, norwegens Version einer Autobahn. Zum Glück mit Tempolimit und an dieser Stelle nur mit Pollern anstelle einer Leitplanke. Also habe ich das Rad erst einmal über die Wiese geschoben, dann in Fahrtrichtung ein paar Meter gefahren, eine Lücke abgepaßt und über die Poller auf die entgegenkommende Spur gewendet.
Zur Krönung kam dann auch noch eine Baustelle, so daß hinter mir ein LKW festsaß und nicht überholen konnte…
Zum Glück gabs dann aber nur 500 Meter weiter eine Nothaltebucht und die eigentlich gesuchte Strasse war von dort aus mit Querfeldein-Einsatz leicht zu erreichen.
Was macht das nun in Punkten? Unerlaubtes Fahren auf einer Europastrasse mit dem Rad, Überqueren ebendieser und Wenden…?
Auf jeden Fall bin ich jetzt in Kristiansand und habe die amerikanische Variante eines Hamburgers genossen… Der norwegische war um längen besser.

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Wer sein Fahrrad liebt…

July 26, 2010

…der schiebt.
Und das habe ich heute zur Genüge getan. Nachdem ich mal wieder relativ spät ind die Pötte gekommen bin – um 11 war ich mit meinem üblichen Frühstück; 3 Knäcke und Tubennutella; fertig – hab ich erstmal zwei Stunden das Rad durch die Landschaft geschoben. Dann konnte ich wenigstens mal etwas im kleinsten Gang die Berge hochschleichen und allgemein ein hervorragendes Verkehrshindernis abgeben. Überholen ist halt schwierig, wenn alle 50 Meter eine Kurve kommt. Dss Ganze dann bei sengender Hitze, diesmal aber mit ausreichend Möglichkeiten zum Wassertanken und Baden.

Um das rumgeschleiche der letzten Tage etwas zu kompensieren habe ich dann heute bis 18 Uhr durchgehalten und campe mal wieder nicht wild, sondern auf einem Campingplatz bei Mandal, da ich dringend die Akkus aufladen muß.
Zur Belohnung für die Pein gabs heute meinen ersten norwegischen Hamburger zu Abendessen :)

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Zechpreller und Fliegenfänger

July 25, 2010

Gestern habe ich den Zeltplatzbesitzer nicht mehr zu Gesicht bekommen. Wir hatten uns telefonisch für fünf Uhr verabredet, aber um 5 hats geregnet und da habe ich mein Zelt nicht verlassen.

War aber alles in allem nur ein kurzer Schauer, ansonsten wars warm und sonnig. Die Waschmaschinen habe ich zum Glück auch ohne fremde Hilfe gecunden und so war die Übernachtung halt gratis :D
Der Weg war recht anstrengend aber zum Glück ohne viel Verkehr.

Dafür hatte ich streckenweise einen Fliegenschwarm um mich herum, wls hätte ich 7 Wochen niicht geduscht. Schon nervig, wenn man eh schon fix und alle ist und die letzten Reserven verbraucht um nach den Mistviechern zu schlagen.

Da Sonntag ist prügeln sich momentan alle Norweger um die drei Sandstrände des Landes. Und haben dabei auch keine Skrupel Hauptstrassen zuzuparken.
Ich lieg jetzt am Strand nahe Brusand und warte, dass die Norweger allmählich nach Hause fahren.
Der zum Strand gehörige Zeltplatz ist zwar groß, sehr schön und bezahlbar.
Zum Glück gibts auch Sonntags Getränke und Hot Dogs in Norwegen zu kaufen, sonst wär ich glatt verdurstet und verhungert :)

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Easy going

July 24, 2010

Ich habe letzte Nacht geschlafen wie ein Toter. Heute morgen bin ich deshalb auch erst um 11 Uhr in die Pötte gekommen. Macht aber nix, der Tag war eh als Minitour geplant. Ich muß unbedingt auf einen Campingplatz um die Klamotten zu waschen und da gibts nur einen in Reichweite. Und das ist eigentlich nur ne Halbtagestour.

Angekommen bin ich also schon um 3 Uhr. Ich lieg grad im Zelt und hör dem Regen zu.

Auf der Schotterpiste nahe Flekkefjord bin ich heut um ein Haar in den Fjord gesegelt. Lenken ist schwierig bei 45 Grad Gefälle und losem Untergrund.

Als kleine Belohnung bin ich heute ein Stück E37 gefahren. Das Stück ist durch einen neuen Tunnel und Brücke ersetzt worden. Sehr flach, immer am Wasser lang und wenig Verkehr. Blöd nur der längere Tunnel, den ich diesmal mit Taschenlampe im Mund gemeistert habw :D

A propos: Hatte ich nicht über die 90 Grad Kurve im Tunnel gemeckert? Hier haben sie ne komplette Kreuzung und eine Auffahrt, wie man sie aus Parkhäusern kennt in den Berg gefräst. Die spinnen, die Norweger :)

Bin jetzt bei “Sarons Camping”. Wirkt irgendwie Sektenartig mit Kirche und so, hat dafür aber ein offenes WLAN, damit ich endlich mal ein paar Fotos hochladen kann.

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(Material-)Ermüdung

July 23, 2010

Heute waren es einige 10-Meter-Etappen, die ich zu bewältigen hatte. D.h.: 10 Meter bergauf fahren im kleinsten Gang und dann solange verschnaufen, bis das Herz nicht mehr in Ohren pocht…
Apropos kleinster Gang: Der will nicht. Die Kette springt immer über das größte Ritzel.Sehr ärgerlich, wenn man sich bergauf kämpft und plötzlich nix mehr geht. War wohl schon in Hamburg so, nur da fällts ja nicht auf :)

Um 15 Uhr hab ich dann nicht aufgepaßt und versehentlich wieder in den kleinsten Gang geschaltet, während ich mit Kraft in die Pedale getreten habe.Lohn der Arbeit: Die Kette hat sich dermaßen zwischen Ritzel und Speiche verkeilt, daß sie sich nur mit brutaler Gewalt wieder lösen ließ.Vier Speichen sehen jetzt reichlich mitgenommen aus und rund läuft das Hinterrad auch gerade nicht. “I’ve got the strange feeling of déjà vu” um es mit Monty Python zu sagen. Genauso fings bei der letzten Norwegentour an, bevor die Speichen gerissen sind.
Naja, Augen zu und durch. Passt zu meinem “Tunnel ohne Licht” Erlebnis. Drin im Tunnel und plötzlich sprichwörtlich die Hand vor Augen nicht mehr sehen können. Dabei leicht die Wand touchiert. Welcher Honk baut auch eine 90-Grad- Kurve in einen Tunnel?

Auf jeden Fall heute recht zeitig Feierabend gemacht. Seit halb 5 liege ich in meiner Hängematte an einem See nahe Flekkefjord. Im Hintergrund höre ich einen Wasserrall rauschen und ich kann die Blaubeeren direkt aus dem Zelt flücken.
Gegen morgen Mittag habe ich dann wohl die schwerste Etappe meines Urlaubs geschafft.

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